My Horrorshow

Hola. Salut. Hallo.

Icke:

Recht angenehm, mein Name ist Stina. Ich bin blutjunge 18 Jahre alt und komme aus und wohne in Stuttgart, der wohl schönsten Stadt Deutschlands.

Beruf? Schülerin. Angehende Abiturientin. Berufung? Spaß haben. Bespaßt werden. Und bespaßen. Ab und an auch dem Ernst des Lebens ins Auge schauen aber meistens ihm dann doch wieder den Rücken zukehren.

Es gibt einiges was ich gerne mache. Kein Interesse vorhanden das zu erfahren? Mir egal. Ich sag es euch nicht vorhandenen Lesern trotzdem. Sollen wir es Hobbys nennen? Hm, na gut. Also, die Hobbys der Stina F.: Freunde treffen. Ganz klar! Egal wo, egal wann. Bei mir, bei ihnen, in der Stadt, auf dem Schlossplatz, auf der Karlshöhe, an den Wagenhallen, am Palast, im Keller Klub, im Stereo, im Uni, im Oblomow, im Kap, im Mata Hari. Morgens, Mittags, Abends, Nachts. Montag bis Sonntag. Feiern oder Volleyball spielen. Gediegen billigen Rotwein trinken und grillen. Alles was das Herz begehrt. Reisen ist wichtig. Fotografieren sowieso. Schreiben & lesen. Lachen und lachen. Gassi gehen mit meiner Penny. Alles wichtig. Alles super.

Dinge die die Stina F. nicht mag? Hält sich in Grenzen. Jedenfalls braucht es lange, bis ich mich wirklich aufrege. Obwohl es schon ein paar Dinge gibt, die ich nicht ausstehen kann. Da wären die klassischen Dinge: Nazis, Intolleranz, Ungerechtigkeit, Zicken. Anderes: Castingshows, Fernsehen generell nervt mich eher, meine Schule und Schokolade.

Und sonst so? Sehn wir dann.

 

 

 

Ich weiß nicht, ob hier jemals jemand auf diesen Blog stößt. Ich gebe niemandem die Adresse. Wenn es jemand findet ist es auch okay. Mir egal.

Das ist mehr für mich. Ich weiß, ich könnte auch Tagebuch schreiben, für mich allein. Aber irgendwie leide ich daran ein sehr großes Mitteilungsbedürfnis zu haben. War schon immer so und wird auch immer so sein.

Vielleicht verarbeite ich auch hiermit irgendwas. Keine Ahnung.

Ich habe kein einfaches Leben. Trotzdem bin ich unbeschwert. Und ich habe das Gefühl etwas zu erzählen zu haben.

Vielleicht wird das hier kein Tagebuch sondern eine Ansammlung von Geschichten.

Vielleicht wird das hier auch nur ein großer Haufen Scheiße.

 

 

 

Als ich zwei war trennten sich meine Eltern. Ich zog mit meiner Schwester zu meinem Vater weil meine Mutter womöglich nie mit zwei kleinen Kindern klar gekommen wäre. Ich weiß es nicht. Ich kenne sie ja nicht.

Als ich vier war zog ich mit meiner Schwester zu meiner Tante. Auch mein Vater hatte gezeigt, dass er nicht dazu in der Lage war mit zwei kleinen Kindern klar zu kommen.

Meine Tante wollte sich gern um uns kümmern. Konnte es aber nicht. Sie, alleinstehend, drei Jungs etwas älter als meine Schwester und ich. Da passten wir nicht mehr rein. Sie versuchte es immer unter zu bringen. Sie versuchte immer alles zu schaffen. Was aber wahrscheinlich nicht so einfach ist wenn die eigene Psyche angeknackst ist. Und die der Kinder gleich mit.

Ich weiß, dass meine Schwester, der jüngste Sohn meiner Tante und ich meiner Tante den letzten Rest verpasst haben. Aber wie benimmt man sich denn als sieben Jähriges Mädchen ohne Eltern? Wie benimmt man sich, wenn man nie gelernt hat, wie man sich zu benehmen hat? Wie benimmt man sich, wenn seine Erziehungsberechtigte Person dich nicht erzieht, weil sie dafür keine Zeit hat? Wie benimmt man sich, wenn man von seiner zwei Jahre älteren Schwester erzogen wird, die auch keine Erziehung hat. Ich kenne die Antwort: gar nicht.

Meine beiden älteren Cousins hatten sich immer besser im Griff. Oder sie hatten sich gar nicht im Griff, ich war nur zu klein um das zu sehen. Sie kamen in ein betreutes Wohnen als meine Tante in die Klinik ging. Meine Schwester, mein Cousin und ich ins Heim.

Es dauerte nicht lange und ich kam in eine Familie. Vielleicht ging es so schnell wegen meinen blonden Locken und den Sommersprossen. Vielleicht weil ich noch ein sehr kleines Mädchen war. Erste Klasse, die kann man vielleicht noch zu was werden lassen.

In der vierten Klasse bin ich das erste mal von "zu hause" abgehauen.

Auf der Suche nach meiner Tante. Und meinem Vater.

Ich kam nicht weit. Als ich zwei Wochen später wieder abhaute, und die zwei Wochen danach auch wieder hatte meine neue Familie und das Jugendamt genug.

Ich kam nach Köln in eine Familie. Der Tapetenwechsel sollte mir gut tun. In Köln war ich bis zur siebten Klasse. Das erste mal kiffen wartete nicht lange auf sich. Ich hätte den falschen Umgang, die falschen Freunde, alles sei falsch. Also kam ich wieder nach Stuttgart.

Neue Familie neues Glück. Klasse wiederholen und das erste mal im Leben Erfolg haben. Das zweite mal die siebte Klasse war ein einziger Erfolg. Ich war glücklich in der Schule. Sogar meine neue "Familie" gefiel mir. Bis zum vorletzten Schultag lief alles gut. Ich kam nach hause. Freute mich auf die Ferien. Wir hatten einen Urlaub in Italien geplant. Im Wohnzimmer saß eine fremde Frau. Sie redete mit meinen "Eltern". 

Die fremde Frau war die Adoptivmutter von meiner Schwester wie es sich raus stellte. Mein Herz klopfte bis zum Himmel. Das weiß ich noch. ICh dachte, ich würde meine Schwester endlich wieder sehen. Ich dachte sie hätten herrausgefunden wo ich jetzt wohne, damit ich mit meiner Schwester wieder Kontakt haben kann.

Meine Schwester ist gestorben.

Aus dem Sommer weiß ich nichts mehr. Ein einziges Chaos aus ausrasten, trinken, kiffen, kotzen, weinen und schreien.

Wer sich mir in den Weg stellte wurde dumm angemacht. Egal wer.

Ich ging alleine nach Köln. Alle konnten mich mal! Führte dort das Chaos weiter bis sie mich in eine betreute Wohngruppe steckten.

Funktionierte nicht. Noch mal. Funktionierte wieder nicht.

Die Schule ließ ich die ganze Zeit nachtürlich schleifen. Irgendwie hangelte ich mich von Jahr zu Jahr. Nichts lief.

Mit 15 holte ich Penny aus dem Tierheim. Mit 16 traf ich meine Cousins und meine Tante wieder. Zwei Erlebnisse, die mich wieder auf den Weg brachten.

Leben konnte ich aber nicht lange bei meiner Tante. Ich hielt es nicht aus jeden Tag anzusehen, was wir zerstört hatten. Auserdem fehlte jemand in der Runde.

Seit einem Jahr wohne ich mit Anna, Denis und Luis zusammen. Die beste Familie, die man sich nur wünschen kann.

Ich weiß nicht wie es meinem Vater oder meiner Mutter geht. Meine Cousins und meine Tante sehe ich ab und an.

Ich weiß endlich wo ich hin gehöre.

 

Alter: 25
 

Ich mag diese...

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